HERWIG LENAU
Eine Bilanz

2008. Nachteilige Weichenstellung.

2008. Ich möchte diesmal von einer Weichenstellung berichten, die zurzeit jetzt im Mai 2008, wie eine negative, schlechte, von mir hervorgerufen, aussieht. Es ist einmal so, dass man alle schlechten Erlebnisse vergisst und nur die guten im Gedächtnis behält. Mit Ausnahmen des bei mir zurzeit herrschenden Schwundes des Mittel- und Kurzzeitgedächtnisses. Wahrscheinlich sind auch in der Vergangenheit ähnliche Weichenstellungen entstanden und ich habe sie aus diesen Gründen vergessen.

Während meiner Proben zu meinem dritten oder vierten Kaiser Franz Josef im Weißen Rössl, war eine Zusammenkunft der in Dienst ergrauten Krieger, der HUVS Wr. Neustadt 4.Kmp./XVII, Jahrgang 1941, in der Milak in Wr. Neustadt angesetzt. Gekommen sind, wir waren einst 160 Jungschützen, ca. 10 Mann hoch.

Meine liebe Gattin Christa war von Anfang an dagegen, es wäre zu anstrengend für mich, ich hätte doch daneben Proben für den Kaiser immer in Wien, müsste immer Hin- und Herfahren und ich solle mich schonen und auch auf mein Stoma wäre aufzupassen. Es muss irgendwie intuitiv von ihr gewesen sein, denn mir ging es, bis auf die aufgezählten Beschwerden gut und ich hatte sie im Griff. Aber Christa ließ nicht nach und ich auch nicht. Ich war ja die letzten beiden Male nicht dabei. Und vielleicht ist es wie bei den 144. das letzte Mal. U.s.w. Also kurz und gut. Ich fuhr trotz aller ihrer Warnungen nach Wr. Neustadt.

Es trafen nur mehr 8 ehemalige Jungschützen ein.Oberst a.D. Schippler, Abteilungs Inspektor i.P.Kornfehl, Regierungsrat i.P.Pichler, Oberinspektor i.P.Fuchs, Bürgermeister i.R. Rieß, und sein Autobahnverkehrsinspektor i.P. Benda, und ich Herwig Sulzenauer Lenau (gagenmäßige Pension eines Brigardiers oder Divisionärs) Theater Intendant a. D. und wer war noch? Wir trafen uns vor dem Nordeingang der Burg, und gingen dann ins Kasino und später zu unserem Denkmal. Zum Kaiser Franz Josef I. mit dem doppelköpfigen Adler. Eine Verlesung der bekannten verstorbenen und gefallenen Jungschützen von 1941. Dann der Marsch zurück !? Hin- und zurück waren es ca.1 bis 1,5 km. Die Sonne brannte, nur etwas Schatten gab es und ich kam schweißgebadet im Kasino in der Burg an und riss meine blaue Velurjacke herunter, denn ich hätte sie wegen die Hitze nicht länger ausgehalten. Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass hinter mir, schon 2 -3 Meter entfernt, ein Fenster offen war und es etwas zog. Ich legte sofort meinen Rock an und der blieb auch bis zur meine Ankunft zuhause angezogen. Aber vielleicht hatte die kurze Zeit doch genügt.

Am Mittwoch darauf bekam ich plötzlich Fieber 37,5 °, abends bis 38,23° steigernd. Eine Notärztin konstatierte Vierkühlung mit Bronchialentzündung. Die Medikamente nützten nichts. Das Fieber blieb auf 38,00°. Donnerstag war Feiertag .Kein Arzt zu erreichen Freitag, Samstag und Sonntag. Das Fieber ging nicht zurück. Montag endlich zu meinem Hausarzt. Gründliche Untersuchung. Lungengeräusche. Röntgen. Und strengste Anordnung des Arztes: Diese Woche auf keinen Fall eine Probe besuchen. Strengste Schonung angesagt. Kein Aufenthalt im Freien.

Jetzt stand ich vor einer schweren Entscheidung. Mein lieber Freund Prof. Wilhelm Schupp, der Intendant der Bad Haller Operettenspiele und auch der Regisseur Rudolf Pfister, nicht nur freundschaftlich, sonder auch trauzeugenhaft verbunden, haben mich wohl, aus den Proben am Donnerstag, Samstag und Sonntag, ja sogar vorschauend auch am Dienstag befreit.

Aber nicht nur Dr. Gaars entschiedenes "Keine Probe am Freitag", (ich habe nichts von der Fotoprobe am Samstag gesagt), sondern vor allen Christas überzeugende Argumentation über meinen gesamten Gesundheitszustand und der voraussichtlichen Dauer, auch nur bei einer eventuellen leichten Lungenblessur, meine Antibiotika Medikamente reichten bis Mitte der NÄCHSTEN WOCHE, ließen mich schweren Herzens, versteht sich von selbst, die Rolle am Montag abzusagen. (Bühnenjargon: Rolle absagen, heißt die Rolle zurücklegen oder zurückgeben, sie nicht spielen). Und auch Willi zu Liebe tat ich es. Er musste ja genügend Zeit haben, um einen Ersatz zu suchen.

Wenn man bedenkt, wenn ich früher zu meinem Arzt hätte gehen können (zur Erinnerung Mittwoch 17,00 Uhr hohes Fieber, Donnerstag Feiertag, Freitag mein Arzt keine Ordination, Samstag und Sonntag sind ja klar, aber der Feiertag Donnerstag machte alles kaputt; hätte ich früher die richtigen Medikamente bekommen, hätte ich wahrscheinlich Freitag bei der Probe sein können. Hier wurde der Konjunktiv stark strapaziert. Um es nun auszusprechen. "Der teuerste Feiertag meines Lebens!"

Ich möchte meine anfangs geäußerte Selbstbezichtigung bezüglich plötzlichnen Auftauchen einer Verkühlung? etwas einschränken. Ich hatte schon vor ca. zwei oder war es drei Wochen vorher, eine mir noch nicht bekannte Art des Husten bekommen. Obwohl ich nicht verkühlt war, plötzlich aus heiterem Himmel einen starten Hustenreiz aus der Lunge. Der konnte nur mit einem Anti-Hustenmittel gestillt werden. Vielleicht war das schon die beginnende Lungenerkrankung, die mir Dr. Gaar am Dienstagnachmittag, nach Erhalt der Blutsenkung mitteilte. Aber dem war nicht so.

Dienstag, Röntgen. Mittwoch Befund: Kein auffälliger Befund. Donnerstag bei Dr. Gaar: Ein plötzlich auftretender schwerer Lungeninfekt, aber jetzt ist die Lunge sichtbar und hörbar ganz frei. Auch bin ich seit Dienstag fieberfrei . (Ab Montag neues Antibiotika: Klacid uno). Nach Schilderung der Zeit vorher (Kameradentreffen), meinte Dr. Gaar, aber weit hergeholt, es könnten auch dabei und durch den Ablauf der Krankheit Legionellen im Spiel gewesen sein. Nacht von Donnerstag zum Freitag: Halsschmerzen. Nacht auf Samstag auch starker Schleimhusten. Die fünf Tage mit hohem Fieber und das Verbot des Verlassens der Wohnung durch Dr. Gaar, sowie die ganze zeitliche Missere ergab schließlich folgendes: Ich musste die Rolle des Kaiser Franz Josef in Bad Hall bei Willi Schupp absagen. Und außerdem kämpfe nach Absetzung eines blutdrucksenkenden Medikaments mit Blutdruckproblemen. Mitte Juli 2008 bekam ich plötzlich Halsschmerzen.Ich glaubte zuerst an eine Verkühlung, aber als ich doch dann Ärzte aufsuchte, fand ich diese Halsschmerzen untypisch. Jetzt sollen sie physikalisch bejhandelt werden. Angeblich kommen sie vom Rücken und Halswirbelverspannungen. Ein Rezidiv der Stimmbandoperation sei nicht zu sehen.

Wohin führt die gestellte Weiche (War es Wr. Neustadt und der Legionärsbazillus, oder war es doch ein anderer verirrter Bazillus, dem ich diese nachteilige Weichenstellung verdanke)?