HERWIG LENAU
Eine Bilanz

1944. Miscolz.

1944. Eine Weichenstellung die ein anderer für mich tat, war die in der Homepage schon kurz geschilderte Einteilung zum Fronteinsatz. Als wir nach Ankunft in Szolnok und einer Autofahrt mit Oberleutnant HOLZINGER, der Ausbildungsoffizier in München war, bis in die Gegend von Miskolc kamen, blieben von uns 20 bis 30 UA Gefreiten, nur mehr die des I. Bataillons über. Das waren DRAPELA Charly zu den schweren Maschinengewehren und MATZKE Fredi und ich zu den Infanteriegeschützen. Bei Charly war alles klar, er marschierte zu den schw. MG. Er überlebte den Krieg und starb kurz nachher bei einem Motorradunfall.

MATZKE und ich stellten uns dem Bataillonskommandeur Hauptmann Hans WITHALM vor. Nach einem kurzen Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen entschied er folgendes: „Matzke, (der kleiner war als ich) Sie gehen sofort als Schießender (so nannte man an der Front die Richtkreisunteroffiziere) zur 5. schweren Kompanie, leichter Infanterie -Geschützzug. Den Langen, Gefreiten Sulzenauer heben wir uns auf, bis wir in den Bergen sind. Sonst knallt Sie noch der Russe ab. Danke meine Herren, abtreten!"

MATZKE wurde Ende November auf der B.- Stelle bei Miskolc am Kopf verwundet. (Streifschuss.) Nach der Heilung wurde er sofort bei der Schlacht um Stuhlweissenburg (Szekesfehervar) zu einer anderen Heeresgruppe eingesetzt und ist gefallen.

WITHALM fiel schon Mitte Dezember bei einem Frontbegradigungsunternehmen an der Spitze seiner noch wenig vorhandenen Gebirgsjäger seines Bataillons, nordwestlich von Miskolc. Die schwere 5. Kompanie, mit mir, wurde zu dieser Zeit im Bückgebirge eingesetzt und auch aufgerieben. Vom I. Bataillon war nachher nur mehr 8 Kampfsoldaten unverwundet und übrig geblieben.

Diese Weichenstellung ist mir immer in Erinnerung geblieben.