HERWIG LENAU
Eine Bilanz

Wörgl 43


Die hier nachfolgend aufscheinenden Seiten, die Militär und Krieg behandeln, sind von mir so erinnerlich erlebt. Sie wurden nicht von mir und sollen auch nicht von anderen, weder zum Verherrlichen, noch zum Verleumden benützt werden. Ich distanziere mich von den beiden gegensätzlichen Standpunkten. Und würde auch solchen eventuell auftretenden Fällen ganz energisch entgegentreten. Ausgenommen sind die, entgegen den Internationalen Regeln, vorgekommenen Verbrechen.
Der Krieg ist zu verdammen. Aber seit unserer Zeitrechung und auch vorher konnte er nicht, aus den verschiedensten Gründen, verhindert werden. Und nur wer frei von Schuld, und dies bezieht sich auch auf die Familie, Rasse, Nation und leider auch dem Glauben, dem oder denen man angehört, werfe den ersten Stein.
Ich bin für Frieden. Aber solange nicht der kleinste Funken, von dem Gedanken irgend einer Lösung durch Krieg, auf der ganzen Welt verschwunden ist, tut man gut daran dies zu beachten: "Si vis pacem, para bellum!" (Vegetius 400 v.Ch.).


01.04.1943 Unteroffz.(Vor-)Schule für Gebirgsjäger in Wörgl

Ab nachfolgenden Datum gibt es in ganz "Großdeutschland" keine Neuaufnahmen der Unteroffiziersvorschulen mehr. Die wurden abgeschafft. Aber den Ärmelstreifen trugen wir weiter.

5.4.1943 Unteroffz. Schule für Gebirgsjäger 3. (Vorschul) Kompanie Oblt. STROHMAYER


FOTO: 1943. 17 Jahre nicht ganz. Osterurlaub zu Hause mit Mama und Papa. Papa war zur Grundausbildung in Engerau. Er kam dann zur Feldpost nach Kurland. Dann russische Kriegsgefangenschaft und über Foscany (dort haben wir uns kurz verfehlt) schon 1945 nach Hause. Mama arbeitete im Kriegseinsatz auch bei der Bahnpost.


3.Mai 1943. Oblt. HEITER.

Praktischer Unterricht zur Verwendung des Seiles beim Gehen und Klettern in Fels und Eis. Militärisches Bergsteigen, Klettern, Gehen im Eisbruch, Schifahren. Gelände Kunde unter Berücksichtigung von Fels und Eis. Lawinenkunde.


FOTO: 1943. Alpe Rauz. Das Arlberggebiet von hier über Stuben, der Flexenstraße, Valluga, Rockspitze bis zum Zürser Stausee durch marschiert mir Rucksack und Berggerät.

4.7.1943 - 10.7.1943 Arlberg-Rauzalpe. Oblt. v. KAUFMANN übernahm die Kompanie.


FOTO: 1943. Oblt. v. KAUFMANN. (Oberförster aus Zell am See). Dahinter der Gleschterbruch am Tuxer Ferner.

Rundummarsch siehe Foto. Auch Touren zur Stuttgarter Hütte, zum Zürser Stausee und mittels Prusikknoten Aufstieg im Steigbügelverfahren,an einem Kletterseil, oder Abseilen im Dülfersitz oder Hosenträgersitz, hängend wie die Fledermäuse in dem Gebälk der Flexenstraße.


FOTO: 1943. Hier hingen wir. Im Dülfersitz und Aufsteigen an einem normalen Kletterseil mit zwei Brussikknoten und Trittschlingen. Rechtes Bild Abseilen im Dülfersitz.


Begehung der Rocksptitze. Schnelligkeitsrekord mit Oblt. v. KAUFMANN; Objg. LORENZ Frontalangriff im Talkessel mit Gewittereinlage. Blitz fuhren hin und her. Alle möglichen Eisensachen, Gewehre , Stahlhelme, Bajonette, ect. weggeworfen. Bunter Abend auf der Rauzalpe. 


FOTO: 1943. Gen. LINDNER oder STURT (Links). Bei einem Theaterkabarettprogramm auf der Rauzalpe:"Jroßartich, jenücht Offiziesrehrenwort*)". Dahinter die Wörgler Baracken.


Stammgerichts-Essen in St.Christoph in einem Bonzenhotel*) .  


FOTO:1943. Das wars. Größer nicht.

Dann zum Spannagelhaus zur Gletscherausbildung auf dem Tuxer Ferner und im Gletscherbruch. Aufstieg auf die Gefrorene Wandspitze mit Steigeisen in Dreierseilschaften. Ich glaubte die Knöchelfußgelenke drehten sich aus.


FOTO: 1943. Klettern im Gletscherbruch.

Die weiteren Gefechts- und Ausbildunsübungen waren jeweils nur 2 - 4 Tage und dann kehrten wir wieder in die Kaserne nach Wörgl zurück. Auf den Scheffauer. Am Hintersteiner See Übernachtung i9n einem Zeltlager, von uns Einsatzmäßog aufgestellt. Durch plötzlich große Kälte 8und Dauerregen in Strömen konnte ioch nicht schlafen und über nahm ab 12, 00 Uhr freiwillig die Zeltlagerwache der Kompagnie. Stundenlandes Gespräch mit Lt. FRIEDRICH.

9. August 1943 bei den Salzburger Festspielen als Gast der Wehrmacht mit MÖNICHWEGER OTTO.


FOTO: 1943. 17 Jahre. Auf der Hohensalzburg. FUCHS, SULZENAUER, HAUSLEITNER; DRAPELLA, SCHÜTZ. Uniform hat sich geändert auf dem rechten Ärmel oben das Edelweiß.

September 1943 Hintere Kaisertal bis nach Hinterbärenbad und hinauf auf das Strippsenjoch, in den Klettergarten am Totenkirchl, Großes Halt, Elmauer Halt, Treffauer.


FOTO:1943 Vorne das Stripsenjochhaus, rechts das Totenkirchl mit Kletternadel, links der Predigtstuhl.


Ende des Jahres 1943 allgemeine Lehrgegenstände der Vorschule abgeschlossen und kleines Abitur abgelegt.

Nach Weihnachsturlaub noch Rückkehr nach Wörgl, aber dann Mitte Jänner 1944 zum RAD nach Brünn.

Ernteeinsatz: Am 13.6.1943 in Oberlangkampfen Türkenernte (Kukuruz). Anschließend Heuernte vom 22.Juni bis 2. Juli 1942 (Mähen mit der Sense und Dengeln) in der Wildschönau, Auffach, Oberau ( Lannerhof ).

Urlaub: Ostern,Sommer und Weihnachten.