HERWIG LENAU
Eine Bilanz

Gebirgs-Waffenschule 44


Die hier nachfolgend aufscheinenden Seiten, die Militär und Krieg behandeln, sind von mir so erinnerlich erlebt. Sie wurden nicht von mir und sollen auch nicht von anderen, weder zum Verherrlichen, noch zum Verleumden benützt werden. Ich distanziere mich von den beiden gegensätzlichen Standpunkten. Und würde auch solchen eventuell auftretenden Fällen ganz energisch entgegentreten. Ausgenommen sind die, entgegen den Internationalen Regeln, vorgekommenen Verbrechen.
Der Krieg ist zu verdammen. Aber seit unserer Zeitrechung und auch vorher konnte er nicht, aus den verschiedensten Gründen, verhindert werden. Und nur wer frei von Schuld, und dies bezieht sich auch auf die Familie, Rasse, Nation und leider auch dem Glauben, dem oder denen man angehört, werfe den ersten Stein.

Ich bin für Frieden. Aber solange nicht der kleinste Funken, von dem Gedanken irgend einer Lösung durch Krieg, auf der ganzen Welt verschwunden ist, tut man gut daran dies zu beachten: "Si vis pacem, para bellum!" (Vegetius 400 v.Ch.).

01.05.1944 Gebirgsjäger. 17 Jahre und 9 Monate.

DIE THEATERPROGRAMME FINDEN SIE GEGEN ENDE DIESES LINKS.

Waffenschule für leichtes Gebirgs-Infanteriegeschütz L/15 7,5 cm. 8 cm und 12 cm Granatwerfer und SMG 34 und SMG 42. Pionier- und Nahkampfschule. Reitausbildung, dazu gehörte: Plege der Würschteln*) Hohe Schule und tiefer Fall*) Über-Einstein als Mulitreiber*) Die wilde Jagd *). 

Die Bezeichnung der Gebirgs-Waffenschule hieß jetzt 1. später 4.(schw.) Kompanie/ Heeres Uffz. Schule für Gebirgsjäger.

Die Vorschulzeit war zu Ende und ich wurde in die Wehrmacht aufgenommen am 5.5.1944 mit dem Dienstgrad: Jäger.


FOTO: 1944. Die Baracken von Wörgl. Davor Komp.Chef Oblt. RAPP. Und der Gatsch der Lagerstraße ist auch noch erkennbar.

Dann waren Abwerber am Werk. Massel durch Chuzpe*)

Die Ausbildungskompanie übernahm jetzt Oblt. RAPP; Und die Zugsfüher waren zuerst Lt. FRIEDRICH und am IG. dann Lt. HEIDORN. Mit Lt. FRIEDRICH hatte ich aber Kontakt bis zur Abstellung an die Front. (Häring)



FOTO:1944 Lt. Friedrich (ganz links vorne), der zweite Feldwebel hinter ihm der Stallmeister erwähnt in den Pferderlinks und grünen Salatessen*). Der  ganz rechts (nur halb auf dem Foto) der Ausbildungsfelwebel für leichtes IG. Dahinter sichtbar die Wörgler Baracken.

Wenn in diesem Artikel oder auch in einem anderen der Augenblicke oder sonst wo, in dieser Homepage von Muli die Rede ist,so handelt es sich korrekt um eine Maultier. Die Bezeichnung Muli trifft nur zu,bei einer Kreuzung zwischen Pferdestute und Eselhengst. Umgekehrte Kreuzungen zwischen Eselstute und Pferdehengst heißen Maulesel. Man nennt sie fälschlicherweise auch Maultier, aber korrekt heißen sie Maulesel. Maultiere ist somit die Bezeichnung für beide Kreuzungen.


Und wieder:"Hinauf in die Berge, der frohe Wand´rer zieht!"


FOTO: 1944. Da liegt es vor uns. Vom Tuxer Joch aus gesehen.Linke Bildseite, 5mm neben dem Marterldachl, beim Bergabhang das Spannaglhaus. Links die Gefrorene Wandspitze, rechts der majestätische Olperer. Unter dem Spannaglhaus der Serpentinenweg oder rechts davon die Gesteinsmoräne, beide zum Aufstieg von Hintertux über die Donnersbergalm zum Spannaglhaus zum Benützen.

Von Mai 1944 bis September 1944 waren wir mit Waffen und schweren Gerät auf Tragtiere im Zillertal. Bahn bis Mayrhofen. Dann zu Fuß nach Hintertux. Komp.Chef Oblt. RAPP ritt mein Pferd THOMAS. Dann ohne Gerät auf Spannaglhaus. Mehrmals Solo (Dienstwege nach Hintertux) über den Stein-Grat hin und zurück. Aufstieg auf den Hohen Riffler. 20% Verwundungsausfälle durch Steinschlag. Hatten keine Stahlhelme mit. Wir steckten unsere Handschuhe (Winterausrüstung) in die Bergmützen. Von kleinen Splitter bis zur Größe eines Doppelspindes sausten die durch Schneeschmelze locker gewordenen Steine herunter. Dann der Olperer. Über den Gletschbruch und dann über den Tuxer Ferner zur und über die Nordflanke zum Gipfel. Die ganze Kompanie. Wir sahen von dort den Angriff der feindl. Flugzeuge auf den Brenner. Abstieg über die Südflnke, dann gleichen Weg zum Spannaglhaus. Zum guten End musste ich, da eingeteilt, mit Mulitransport zu Fuß in zwei Tagesmärschen von Hintertux nach Wörgl. Auf der rechten Seite des Hauptstraße. Da mein Maultier stur war und nicht gehen wollte, musste ich es ziehen. Aber nicht lange. Ich knüpfte dann die Leine, das heißt den Lederriemen an mein Vordermuli und überlies diesen die Arbeit.


FOTO: 1944. 18 Jahre. Nach Knochenarbeit, wie Geschütze schleppen oder mit Muli von Hintertux bis Wörgl zu Fuß ist Freizeit notwendig. Am Luftschutzteich in Wörgl. Von lks.: ?, PASQUALI+, NAGELREITER+, ?, RIESS (später Bürgermeister von YBBS a.d. Donau), KRÄMER+, SULZENAUER, ?, ?, ganz rechts VEIGEL.

Dann waren wir auch mit den schweren Waffen in der Silvretta am Vermount Stausee. Mit MATZKE ALFRED neue Schießwinkelberechnung erfunden (erstellt).

Im Montafon*)


FOTO: Zerlegtes leichtes Infanterie Geschütz verteilt auf sechs Maultierlasten.


Krankenrevieraufentalt um den 20.Juli 1944*)
in Wörgl. Aber auch Augenbrauenverletzung durch Handgranaten Übungswerfen.

Im Kaisertal, Strippsenjoch, Goßes Halt, Hinterbärenbad."Ach so geht das!"*)

FOTO:1944 Hinterbärenbad. Im Hintergrund Großes Halt.

Und zum Scharfschießen mit schweren Waffen in der Wattener Lizum. Wie schalten Sie die Sonne aus?*)



FOTO: LEICHTES INFANTERIEGESCHÜTZ 18/L 7,5 cm. Zu gut getrarnt und Steilfeuer. (Foto. Schüssler)

Dann zwei Theater Bunte Abende im Hotel Post. Regie, verbindende Worte und auch Darsteller mit den bereits in Link Wörgl erwähnten Kameraden am 13. 7. 1944 und 30. 9. 1944.



 FOTO: 30.9.1944. Zu diesem Fotodokument von Herwig SULZENAUER ist wohl kein Kommentar notwendig.

Und nun der unnötige " Ernst des Lebens":

Abgeschlossene militärische (geprüft und bestandene) Ausbildung: Geschützführer für leichtes Infanteriegeschütz, mit vielen Nebenfunktionen, unter anderen auch Richtkreis-Unteroffizier. Letzteres habe ich an der Front, und als Zugführer eines leichten Infanteriegeschützzuges auch ausgeübt.

FOTO: Oktober 1944. 18 Jahre und 3 Monate. So ging ich in den Krieg. Herwig SULZENAUER
Gefreiter am 29.9.1944, Unteroffizier (Oberjäger)/ Anwärter am 14.9.1944.  

1.10.1944 - 16.10.1944 Abstellurlaub in Wien.

Oktober 1944 Innsbruck. Erzherzog Eugenkaserne. Dann über Saalfelden ( ), Salzburg, Wien (Ameisbrücke), Budapest-Budaörs, nach Szolnok.

NS.: Wir trafen uns, die Überlebenden erst wieder zum ersten Mal 1981 in Wr. Neustadt. Von den letzten 120 Oberschützen und Gefreiten, Unteroffizieranwärter, manche waren im Krieg schon Oberjäger und Leutnant. nach dem Krieg auch Oberst (in Pension von einem Divisionär) geworden. So ca. 30 Mann am Anfang. Beim Treffen 2008 waren wir nur mehr "sieben Aufrechte". Später konnte ich auch nicht mehr ein Aufrechter sein.