HERWIG LENAU
Eine Bilanz

Burg von Wr. Neustadt 41

Ich wiederhole:
Die hier nachfolgend aufscheinenden Seiten, die Militär und Krieg behandeln, sind von mir so erinnerlich erlebt. Sie wurden nicht von mir und sollen auch nicht von anderen, weder zum Verherrlichen, noch zum Verleumden benützt werden. Ich distanziere mich von den beiden gegensätzlichen Standpunkten. Und würde auch solchen eventuell auftretenden Fällen ganz energisch entgegentreten. Ausgenommen sind die, entgegen den Internationalen Regeln, vorgekommenen Verbrechen.
Der Krieg ist zu verdammen. Aber seit unserer Zeitrechnung und auch vorher konnte er nicht, aus den verschiedensten Gründen, verhindert werden. Und nur wer frei von Schuld, und dies bezieht sich auch auf die Familie, Rasse, Nation und leider auch dem Glauben, dem oder denen man angehört, werfe den ersten Stein.
Ich bin für Frieden. Aber solange nicht der kleinste Funken, von dem Gedanken irgend einer Lösung durch Krieg, auf der ganzen Welt verschwunden ist, tut man gut daran dies zu beachten: "Si vis pacem, para bellum!" (Vegetius 400 v.Ch.).

Anmeldung dazu September 1940.Wien, XV., Friedrichsplatz gegenüber vom Wachzimmer. Warum? Meine damalige Antwort:"Lust und Liebe!" Blödsinn!!!

Februar 1941 in IX.,Rossauerkaserne zwei Tage lang Aufnahmeprüfungen. Zuerst schriftliche (Aufsatz, Grundrechnungsarten) und ärztliche Untersuchung. Am zweiten Tag sportliche Leistungen. Laufen nicht so besonders, Weit- und Hochsprung ging so halbwegs. Aber beim Schlagball werfen, setzte ich sie in Erstauen. Querstellung im Hof. Am Ende der Prüfungsstrecke die Mauer. Vorher die Meter, 10, 12, 14, 16, 18, 20 m, u.s.w.waren abgesteckt, aber mein Ball flog an die Mauer. Das hatte noch keiner geschafft.

Der erste Einrückungstermin am 19. April 1940 wurde abgesagt, wegen Beginn des Balkanfeldzuges. Das FHQ war in unmittelbarer Nähe im Föhrenwald nächst Wr. Neustadt.



FOTO: 1941. Theresianische Militär Akademie in Wr. Neustadt. Die Milak.

13.Mai 1941 eingerückt. ( 14 Jahre, 9 Monate und 11 Tage alt) Theresianische Militärakademie. Die Preußen bezeichneten sie als Kriegschule, aber das haben sie sprachlich bei uns Österreichern nicht geschafft. Für uns blieb sie die Milak. Die älteste Militärschule der Welt. 1752 durch Kaiserin Maria Theresia begründet. Hunderte Jahre Österreichische Militärgeschichte blicken auf mich nieder. Die Originalgemälde von Daun, Laudon und anderen berühmte Feldherrn, die hier Schüler oder auch Kommandanten waren, sah man in der ehrwürdigen Burg. Auch der vorhergehende Schulkommandant wird kein Unbekannter bleiben: Gen.Mj. ERWIN ROMMEL.


FOTO: 1941. 15 Jahre. Milak Hinterseite, Richtung Barakenlager. 2. von links Jsch. HERWIG SULZENAUER. Vor mir Uffz. LACKNER gen. Pongo. Neben mir ERICH FRANK, hinter mir MÖNICHWEGER, daneben BREITO GUISEPPE aus Riva sull Garda. Ganz rechts Hptfdw. WASNER.

FOTO: 1941. 15 Jahre alt und schon Soldat. Herwig SULZENAUER. Ausweisbild 1941 bis 1944.



FOTO:1941. 15 Jahre. Herwig SULZENAUER. Auch Spaß muss sein. Sprung aus der Baracke. War keine Flucht, nur eine Übung.





26.5.1941 Ausweis vom Oberkommando des Heeres Nr. 132 Heeresunteroffiziervorschule (Ärmelband grün, silber bestickt) Wr.Neustadt 4.Kompanie. Ich bin berechtigt eine Seitenwaffe zu führen. Kompaniechef war Hauptmann RADZIEOWSKI. Er wurde in München Major. Er beging in dem letzten Kriegstagen als Bataillonskommandeur beim Volksturm Selbstmord. Er war Oberschlesier. Er hatte keine Heimat mehr. Eine Seele von einem Menschen. Er war Lehrer. Er sagte immer "Meine Kinder" zu uns Jungschützen.


FOTO: 1941. 15 Jahre. 1.Zug der 4.Komp. Vorne Lt. FRANK lks. davon Pongo mit Schützenschnur. Und in der Mitte hinten ganz oben Jsch. HERWIG SULZENAUER. Am lk. Flügel. Lks. außen unbek., dann SCHIPPLER WALTER, MÖNICHWEGER, SITTEK, BURIAN (?) oder der 10.

Zu Beginn sang ich auch im Schulchor. Am Tag der Wehrmacht. "Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte....!" unter der Stabführung von Heeres-Oberlehrer KNOGLINGER (Oberösterreicher u. Gründungsmitglied des VdU).


FOTO: 1941. Barakenlager der 4. Kompagnie.

Aber das war mir zu "treuteutsch" und so institutionalisierte ich mit Oblt. HUBER, Zugfüher des 2.Zuges, späterer Schuladjutant, Schwerstkriegsgeschädigter, (nur eine Hand) in der Kompanie eine eigene Theatertruppe. Eines der Vorteile von mir war, dass Oblt. Huber zu mir sagte, dass ich kein Wiener sei, denn ein so gutes Deutsch hätte er schon lange nicht mehr gehört. Er war Rheinländer und verwechselte, schon eher das Piefkenesische mit der jetzigen Hochsprache, denn auch Preußen war von ihm , dem "Gölener" (Kölner) weit entfernt. Und dies verdankte Herwig Sulzenauer seiner Mutter*).


FOTO: 1941. 15 Jahre. Theaterensemble hinten am höchsten Punkt: Jsch. HERWIG SULZENAUER, lks. mit der Nasenspitze drüber SCHENK WALTER, dann 1.Reihe kniend: HAUSLEITNER; SCHIERER, (???). Dazwischen 2. von lks. KORINEK, dahinter FIEDLER, (?), BRAITO, (vorne) ERNST, (???), rechts außen BIRNER.

Und wieder schlug der Theaterteufel zu. Erstes Auftreten in der Burg (von Wr.Neustadt). Weihnachtsfeier der Kompanie mit buntem Programm. Am 12.12.1941.


FOTO: 12.12.1941. 15 Jahre u. 5 Monate. 1.Bühnen Foto. Auf der Bühne der Burg. Theater. Ich (Herwig SULZENAUER) imitierte den neuen Stabsfdw. FESTA.(In seiner Uniform. Für dieses in durch den Kaokaoziehen hat er sich in München an mich gerächt. Maskenball*)Schade, dass ich nicht mehr das Foto finde, auf dem ich mit anderen Jsch. als Briefträger Pelikan in den Sketsch "Zwölferhaus" (eine damalige Rundfunksendung aus Wien) zu sehen bin.

Grundausbildung.

Exerzierdienst, Hinlegen in Zeiteinteilung und -lupe und Schießübungen, Dreieckschießen, Verhalten und Führung, mit schriftl. Meldungen im Gelände. Und was halt so im REIBERT zu lesen war.

Kleinkaliber.

Allgemeiner Unterricht zur Vorbereitung der kl. Abitur.
Noten: Siehe jeweils Link. Militärschulen 1941-1944.

Ernteeinsatz Erbsenbrocken Juli 1941 Katzelsdorf .

Urlaub:Sommer und zu Weihnachten.