HERWIG LENAU
Eine Bilanz

Wien bis Wörgl.



Kindheit in Wien

Als Kleinkind die Liebe der Mutter, die Fürsorge der Großmutter, die Strenge des Vaters in Breitensee. Als Knabe die Gemeinschaft der Gleichaltrigen und älteren Spielgenossen, mit schweren Krankheiten und später auch noch der Drang des nicht nur Vorzuführenden, sondern auch des Führenden und schon freiwillig Verantwortung über andere zu übernehmenden bei den Gleichaltrigen. Mein Drang alles im wirklichen Leben aufzunehmen stand dem des Theoretischen der Schule gegenüber. Obwohl keine große Sportkanone, leistete ich in einigen Disziplinen, bis in die Zeit beim Militär und bei der Polizei, achtbare Leistungen. Eingeschlossen muss, auf alle Fälle Wien mit Onkel Gustl, der Volksschullehrerin Graf, den Professoren im Realgymnasium in der Kandlgasse, stark in Erinnerung Pitioni (Geographie) und Schemitz (Gesang). Von der Goldschlagstraße weiß ich keine Namen mehr. Nur der Direktor der lehrte, dass der Wiener Dialekt auch seine Grammatik habe. Alle Andren sind in den jeweiligen Zeitabschnitten erwähnt. Nur noch wären aus der Volksschule Fugger und Riedl als Klassenkameraden in Erinnerung und aus meinem Pimpfenleben nur Schumacher, Göth, und der ältere Zehetgruber. Und dabei war ich immer als Unterhalter (Theater) tätig.

Wr. Neustadt und München

Für mich änderte sich die Zeit beim Militär Gefühls- und Aktions-mäßig gar nicht. In Wr. Neustadt Hauptmann Radzieowski, ein gütiger und ehrlicher gerechter Lehrer, Dasselbe auch in München. Wobei in Wr. Neustadt das Bodenturnen und der Sport im Freien auf dem Plan stand, war es in München Schwimmen (eigenen Schwimmbad) und Mut- und Kraftproben gefragt. Wie z.B. Boxen, Handgranaten (Keulen) Weitwurf. Aber immerhin konnte u.a. Schul-zweiter nach Huemer im Hochsprung werden (1,65 m). Interessant war dort vor allen das Motorrad fahren. Und gegen den Schluss die Abstellung nach Garmisch-Partenkirchen mit Schiabfahrt auf der FIS-Strecke Olympia 1936 und campieren im Schnee. Aber auch nebenbei das Studium in den Hauptgegenständen für das kleine Abitur, unter besonderer Berücksichtigung der theatralischen Selbstdarstellung.

Wörgl.

Wörgl war schon etwas anderes. Wie schon der neue Name Unteroffizierschule für Gebirgsjäger sagte, hatte man viel mit Bergen und das dort Hinaufsteigen zu tun. Wilder Kaiser, Zillertal, Hintertux und die umliegenden Berge wie Olperer oder Gefrorene Wandspitze, Riffler, dann Montafon, Arlberg von der Rauz bis Zürs, und Rofan. Um nur einige zu nennen. Geprägt haben mich die Berge. Aber die waren auch sehr schwierig zu bezwingen. Selbstdisziplin, Kameradschaft, Ausdauer. ( Lt. FRIEDRICH, Olypiafünfter in 5 km Schnellgehen). Ich lernte dort: "Wer umkehrt, wenn es gelände- und wettermäßig angezeigt wird, ist der hat den größten Sieg über sich selbst errungen!"  (Oblt.v. KAUFMANN) Und erfolgreiches Theater auf der Rauzalpe (Arlberg) ist nicht zu vergessen.

Brünn

Ein kurzes Gastspiel beim Arbeitsdienst in Brünn/Pisarky (Schreibwald). Die Spatengriffe lernen (Hauptfeldmeister FRÖTSCHMANN aus Jundorf) und als militärischer Ausbilder eingesetzt, sind auch die bunten Abende erwähnenswert.

2. x Wörgl

Wieder zurück nach Wörgl. Diesmal schon als Jäger. (OBLT. RAPP) Auch hier außer Pferde und die vorhin erwähnten Berge, deren Gletscher und Felsen, und ein großes Massel, waren meine Präger. Arbeit am leichten Infanteriegeschütz ( Lt. HEIDORN )und zwei ganz große Theater-Abschlussaufführungen (Programme vorhanden).